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Gedanken und Erinnerungen … für Harald, Kollege, Freund … für Dich Ja, viele sagten er sei schwierig, der Harald. Gewiß war er das manchmal, so wie viele von uns in der Welt der „freien“ Künste. Gerade auch diejenigen, die zu einer Gründerzeit gehörten, in der sie mutig, kraftvoll, ausdauernd und leidenschaftlich dem Theater (wieder) viel neue Bedeutung gaben. In Hannover besonders und sehr weit darüber hinaus. Unterschiedlich und besonders. Auch das war er, besonders. Eigene schwere Zeiten und Erfahrungen aus seinem Leben wurden mit zum Hintergrund für seinen Wunsch, Kindern und Jugendlichen andere Geschichten zu erzählen – oder sie auf Gefährdungen auf ihren Lebenswegen hinzuweisen. Eigenes Erleben befähigte ihn, mit großem Herz manch Gestrandeten zu begegnen. Niemand kommt unbeschadet durch dieses Leben. Leidenschaft und starker Wille und Impetus führen eben auch oft zu dem, was wir dann „schwierig“ nennen. Vielleicht auch verletzend und unbedacht und ungerecht manchmal. Wer aber mag urteilen und leichtfertige Schuldzuweisungen sind nicht angebracht. Freie Theaterarbeit steht immer mit einem Bein im Knast und mit dem anderen in der Heilanstalt … so nannten wir es flapsig. Jede von uns weiß von schlaflosen Nächten angesichts fataler Finanzsorgen, ewigem Rechtfertigungszwang und zeitfressenden Abrechnungen und Nachweisen. Und die Seelen grad derjenigen, die so oft forsch vorneweg gehen, sind fein und empfindsam. Ständiges Sorgen frißt Kraft und Lust des Erzählers. Der Tod relativiert wie bekannt so viele der lächerlichen Kleinigkeiten die uns so bedeutsam erschienen, und erinnert uns schmerzlich an unsere Unzulänglichkeit, Konflikte gemeinsam zu beheben. Aus manch seiner – und unserer – Schwächen wurden durch Ehrlichkeit, Einfachheit, Nähe zum Publikum dann Stärken, die liebevoll für ein gutes Leben werben und auch gebrochene Biografien ehren. Stücke und Inszenierungen seines Hauses sprachen oft diese Sprache. Is ne ganze Menge für ein Theaterleben. Leben und Arbeit zwischen Unternehmergeist und Zerbrechlichkeit – diesen Stoff als Aufgabe zu begreifen, ein edel Zug, Lebensaufgaben halt … sie zu finden und anzunehmen … dieses Tun und Sein schenkte unzähligen kleinen und große Menschen wunderliche Geschichten und Erfahrungen … Harald war uns ein geschätzter Kollege, anstrengender Gesprächspartner manchmal, störrisch zuweilen, war und blieb ein Freund über lange Zeit … Schauspielschule … klecks-theater … persönliche Begegnungen noch in späten Tagen – und bleibt das alles über seinen Abschied hinaus, den wir auch verstehen als Botschaft, uns das bereits in unserer Lebenszeit zu eigen zu machen, als Maxime unseres Denkens und Handelns, was uns oft erst der endgültige Abschied lehrt. So bist Du ein Erzähler geblieben und selbst Erzählung über die große Schwelle hinweg. Dank für Alles, Deine Energie und Verletzlichkeit – schön, dass Du da warst. Wir hätten dich gern noch mal getroffen, gesehen und gesprochen: vom Theater, vom Leben und der Sehnsucht nach der Heimat in der Stille. Du bleibst als unser Freund in Gedanken und Empfinden. In Verbundenheit aus der Ferne … in Achtung, Respekt und Freundschaft Im Juli 2025, Arbste |
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